20.01.2008

Deutsche Telekom beantragt neue Entgelte für Teilnehmeranschlussleitung
Die Deutsche Telekom stellt heute bei der Bundesnetzagentur den Antrag, das monatliche Entgelt für die Überlassung der Teilnehmeranschlussleitung (TAL) auf 12,90 Euro zu erhöhen. Zudem soll das Entgelt für fünf Jahre bis 2014 gelten. Die Genehmigung für das aktuell gültige Entgelt (10,50 Euro monatlich) läuft am 31.3.2009 aus.
"Die Kosten pro Anschluss sind gestiegen, deshalb führt an höheren Entgelten für die Teilnehmeranschlussleitung kein Weg vorbei. Nur so können der Betrieb und die Bereitstellung einer flächendeckenden Infrastruktur finanziert werden", erläutert Timotheus Höttges, Vorstand T-Home, Sales & Service bei der Deutschen Telekom. Ein Treiber für die höheren Kosten sind die anhaltenden Verluste von Festnetzanschlüssen an Mobilfunk- und Kabelnetzbetreiber. Da dieser Abwanderung keine entsprechenden Einsparungen gegenüberstehen, erhöhen sich zwangsläufig die Kosten pro Anschluss. Gleichzeitig sind weitere Investitionen in das Breitbandnetz nötig, um der steigenden Nachfrage nach Bandbreite gerecht zu werden.
Die Deutsche Telekom macht außerdem die Kosten für den sozialverträglichen Personalumbau geltend. Diese Sonderlasten werden der Bundesnetzagentur detailliert dargelegt, so dass eine Berücksichtigung beim TAL-Entgelt erstmals möglich ist. Schließlich sollte die Bundesnetzagentur die Kosten für Zinsen und Abschreibungen in höherem Maße als bisher anerkennen. Die Finanzmarktkrise hat dazu geführt, dass die Refinanzierung von Infrastrukturinvestitionen schwieriger geworden ist. Auch das sollte die Bundesnetzagentur durch einen höheren Kapitalkostensatz als in den Vorjahren berücksichtigen.
In Deutschland gehörten die Telekommunikationskosten für die Verbraucher in den vergangenen Jahren mit zu den niedrigsten in Europa. "Auf der anderen Seite brauchen wir dringend Anreize für weitere Infrastrukturinvestitionen", so Höttges weiter. "Ein zu niedriges TAL-Entgelt entwertet aber die Investitionen der Deutschen Telekom und auch der anderen Netzbetreiber, die beispielsweise in Kabelnetze oder in Glasfaserausbau bis zum Kunden investieren." Deshalb sollte aus Sicht der Deutschen Telekom die Bundesnetzagentur höhere Entgelte festlegen und durch einen längeren Genehmigungszeitraum für Planungs- und Investitionssicherheit im Markt sorgen.
Hintergrund TAL
Das TAL-Entgelt zahlen andere Telekommunikationsunternehmen monatlich an die Deutsche Telekom für die Überlassung der Teilnehmeranschlussleitung, der so genannten „letzten Meile“. Als „letzte Meile“ wird in Telekommunikationsnetzen der Abschnitt der Leitung zwischen der örtlichen Vermittlungsstelle und dem Anschluss beim Kunden bezeichnet. Die Teilnehmeranschlussleitung ist eine wichtige Vorleistung im deutschen Telekommunikationsmarkt. Mit insgesamt 7,9 Millionen vermieteten Teilnehmeranschlussleitungen (Stand September 2008) ist Deutschland mit weitem Abstand europäischer Spitzenreiter. Die Bundesnetzagentur hat die TAL-Entgelte seit 1999 von damals 12,98 Euro auf heute 10,50 Euro kontinuierlich weiter abgesenkt; die Deutsche Telekom hatte stets höhere Entgelte beantragt. In der Vergangenheit wurden die TAL-Entgelte meist für zwei Jahre genehmigt.
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